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Relativismus vs. Universalismus: »Midsommar«

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Viel wurde über Midsommar als Allegorie auf das Entkommen aus einer toxischen Beziehung geschrieben. So treffend diese Analyse sein mag, Ari Asters Zweiwerk ist zugleich auch eine brillante Gegenwartsanalyse. Die Art und Weise, in der Ari Aster in der um Superlative nie verlegenen Kritikerwelt aktuell zum neuen Hohepriester des Horrorgenres geweiht wird, ist sicherlich ein wenig übertrieben und doch: Begeisterungsstürme sind angemessen. Wurde in Hereditary noch die Familie auf den Prüfstand gestellt, rückt nun – […]

Schönheit statt Coolness: »Once Upon a Time in Hollywood«

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Auch ein Tarantino, der sich in seinem eigenen Kosmos einschließt und mit cineastischer Wehmut in die Vergangenheit blickt, ist ein Genie. Und Once Upon a Time in Hollywood ist ein Meis Gerne wird Quentin Tarantino nachgesagt, er sei im Grund genommen nicht mehr, als eine Art (sehr guter) DJ. Jemand, der durch sein umfassendes Filmwissen und seine Fähigkeit die Grundlogiken verschiedener Filmgenres zu dekonstruieren wie kaum ein anderer, großartige Reminiszenzen an bestehende Ideen produziert. Nach dieser […]

Nur Jungs: »Promising Young Woman« von Emerald Fennell

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Wenn der populäre Film immer auch Spiegel seiner Zeit ist, wie schlimm muss es dann um eine Gesellschaft stehen, die ein eigenes Subgenre namens „Rape & Revenge“ hervorgebracht hat? Und was zeichnet deren Verwerfungen aus? Promising Young Woman, dessen Titel eine Umkehrung der häufig durch die Medien geisternde Beschreibung des „Promising Young Man“ ist, mit der die Taten des Vergewaltigers Brock Turner verharmlost wurden, rückt genau diese Fragen in den Fokus. Es handelt sich nicht […]

Anti-Western: »Nomadland« von Chloé Zhao

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Auch nach dem tollen Vorgängerwerk The Rider bleibt Chloé Zhao mit Nomadland in vielerlei Hinsicht dem Western-Genre treu. Die wundervollen Einstellungen der Weiten des US-amerikanischen Inlands, die Menschen „on the road“ und das Freiheitsideal, das ihnen kulturell überliefert wird sind auch hier zentral. Trotzdem ist Nomadland kein Western, sondern vielmehr das Werk, das zeigt, was nach über einem Jahrhundert kapitalistischer Landerschließung an Trümmern übrig bleibt: Der Einsamkeit ausgelieferte Menschen, für die sich die Gesellschaft nicht […]

Die 10 besten Filme des Jahres 2020

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10 Der Rausch (R: Thomas Vinterberg) 09 Palm Springs (R: Max Barbakow) 08 Vergiftete Wahrheit (R: Todd Haynes) 07 Red Post on Escher Street (R: Sion Sono) 06 Les Misérables (R: Ladj Ly) 05 Queen & Slim (R: Melina Matsoukas) 04 Spontaneous (R: Brian Duffield) 03 Never Rarely Sometimes Always (R: Eliza Hittman) 02 Uncut Gems (R: Josh Safdie & Benny Safdie) 01 Der Unsichtbare (R: Leigh Whannell)

Liebe und Einsamkeit in einer entgrenzten Welt: Wong Kar-Wais »Happy Together«

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Am Anfang die Liebenden, am Ende die Trennung und der Neubeginn. Dazwischen: Die Einsamkeit. Wie kaum jemand sonst, bringen Tony Leungs Charaktere in Wong Kar-Wai Filmen die Komplexität tiefster menschlicher Gefühle in einfachsten Sätzen zum Vorschein: „Nun bin ich am Ende der Welt und muss an Ho Po-wing denken. Ich bin traurig. Wir sollten zusammen hier sein.“ Natürlich bricht Happy Together Herzen und ist mitunter erfüllt von tiefster Traurigkeit. Doch ist eben diese emotionale Wucht […]

Popkulturelle Utopien und Linkssein: Godards „Die Außenseiterbande“

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Wie in Außer Atem folgen wie den kunstaffinen (und hier sogar titelgebenden) jungen Außenseitern durch eine kapitalistische Welt, von der sie kein Teil werden möchten. Sie kreuchen, stehlen und mogeln sich durchs Leben und folgen dem Traum von dem, was Marcuse einst „das Gespenst einer Welt, die frei sein könnte“ nannte. Doch nicht nur die Protagonisten, sondern Godards Filme an sich sind von dieser Utopie beseelt. Filme, die – analog zu Tarantino später – von […]