Autor: acid-ruinen

Monarchy vs. Anarchy in the UK: »Spencer«

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Biopic meint meist verstaubte Bilder, gepaart mit der Oscar-baity Performance von Schauspielgröße X („Unglaublich! Er sah wirklich aus wie Winston Churchill!“). „So wa(h)r das aber historisch gar nicht“, lautet die Kritik, „historisch akkurat“, frohlockt das Lob. Zuschauer*innen vor der Leinwand, die sich mehr als Historiker, denn als Filmkritiker*innen verstehen. Kunstkonservatismus, der eigentlich allen auch über die Pubertät hinaus neugierig gebliebenen, vorwärts blickenden U20-Filmgucker*innen signalisieren sollte, doch lieber zu Hause zu bleiben, anstatt den Alterschnitt im […]

Spending Time Watching Screens (Again): Relases of 2021

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Auch, wenn die vier Wände dieses kleinen Blogs bisher (und hoffentlich nicht mehr all zu lange) anderes vermuten lassen, mein Steckenpferd in all dem popkulturellen Wirrwarr, Hin und Her, Hüben und Drüben war doch eigentlich immer eher die Popmusik, nicht der Film. Vor ein paar Tagen schrieb ich einen langen, persönlichen Text über all das, an dem vielleicht sogar etwas dran zu scheint – einfach, weil ich nach zwei Tagen noch immer anschauen kann, ohne […]

Akustisches Überleben in Pandemiezeiten: 2021 Rewind

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Letztes Jahr im Dezember, etwa zu dieser Zeit, der Zeit der Jahresrückblicke, Bestenlisten und popkulturellen Jahresabrisse, erschien bei The Quietus einer wundervoller Essay von Daniel Dylan Wray, der vieles, das auch ich spürte, aber damals nicht wirklich in sprachliche Formen gießen konnte, wundervoll präzise auf den Punkt brachte. Die pandemieinduzierte Umformung unserer Alltäglichkeiten – allein zu Haus statt Kneipe, allein zu Haus statt Konzert, allein zu Haus statt Arbeit, allein zu Hause statt … und […]

Relativismus vs. Universalismus: »Midsommar«

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Viel wurde über Midsommar als Allegorie auf das Entkommen aus einer toxischen Beziehung geschrieben. So treffend diese Analyse sein mag, Ari Asters Zweiwerk ist zugleich auch eine brillante Gegenwartsanalyse. Die Art und Weise, in der Ari Aster in der um Superlative nie verlegenen Kritikerwelt aktuell zum neuen Hohepriester des Horrorgenres geweiht wird, ist sicherlich ein wenig übertrieben und doch: Begeisterungsstürme sind angemessen. Wurde in Hereditary noch die Familie auf den Prüfstand gestellt, rückt nun – […]

Schönheit statt Coolness: »Once Upon a Time in Hollywood«

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Auch ein Tarantino, der sich in seinem eigenen Kosmos einschließt und mit cineastischer Wehmut in die Vergangenheit blickt, ist ein Genie. Und Once Upon a Time in Hollywood ist ein Meisterwerk. Gerne wird Quentin Tarantino nachgesagt, er sei im Grund genommen nicht mehr, als eine Art (sehr guter) DJ. Jemand, der durch sein umfassendes Filmwissen und seine Fähigkeit die Grundlogiken verschiedener Filmgenres zu dekonstruieren wie kaum ein anderer, großartige Reminiszenzen an bestehende Ideen produziert. Nach dieser […]

Last Exit Revolution: »Catching Fire« von Francis Lawrence

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Catching Fire von Francis Lawrence ist ein Explosion im Herzen des spröden Franchise-Kinos, ein Werk, das vom Status Quo des kapitalischen Realismus aus hinaus auf die Ausgangstür verweist. Kurzum: Ein Wunder. Die Diskussion um Francis Lawrence – und so viele sei bereits vorweggenommen – in meinen Augen fantastischen Film Catching Fire, drehte sich mal wieder exzessiv um Metafragen, die anhand des Films besprochen wurden. Von dem Film selbst sprach man oft nur am Rande. Wenn, […]

Nur Jungs: »Promising Young Woman« von Emerald Fennell

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Wenn der populäre Film immer auch Spiegel seiner Zeit ist, wie schlimm muss es dann um eine Gesellschaft stehen, die ein eigenes Subgenre namens „Rape & Revenge“ hervorgebracht hat? Und was zeichnet deren Verwerfungen aus? Promising Young Woman, dessen Titel eine Umkehrung der häufig durch die Medien geisternde Beschreibung des „Promising Young Man“ ist, mit der die Taten des Vergewaltigers Brock Turner verharmlost wurden, rückt genau diese Fragen in den Fokus. Es handelt sich nicht […]