Autor: Gerrit Schlaf

»Die Wütenden – Les Misérables«: Žižek im Banlieue

Uncategorized

Sieht man Die Wütenden – Les Misérables im Kino, so fallen einem zunächst teils holzschnittartige Figuren auf. Formuliert werden klischeebeladene Beobachtungssätze über die Welt, die Hölle, in die der Zuschauer, wie in einer vom rechten Wege abgekommenen Stadtrundfahrt, durch die Augen des Polizisten Stéphane eintaucht. Man möchte fast sagen: Wirklich authentisch, ja gar menschlich wirkt all das nicht. Doch was, wenn gerade diese cineastische Schwäche System hat? Wenn eben diese Fassadenhaftigkeit, genau die richtige Form […]

Habitus und Eiskunstlauf: Tonya Harding und Kendrick Lamar erzählen von der Umöglichkeit die eigene Klasse zu verlassen

Uncategorized

Das Biopic ist – etwas flapsig formuliert – sicherlich eine der ärgerlichsten Gattungen mit der große Hollywood-Studios un(ter)bezahlten Filmkritikern ihren Beruf und Kinobesuchern ihr cineastisches Erlebnis versauern. Meist in Überlänge gedreht, inhaltlich ohne Aussage und „basierend auf wahren Ereignissen“ wird schon bevor der erste Take aufgenommen wurde mit einem Auge in Richtung der nächsten Preisverleihung geschielt. Die besten Chancen haben dabei freilich die Hauptdarsteller, gibt es doch nur eine Sache, die Filmpreisjurys noch mehr schätzen, […]

Longreads (Liste)

Uncategorized

• Arbeit ist scheiße! „Alles Routine“ und das Unternehmen im Spätkapitalismus• Britney Spears, Harmony Korines „Spring Breakers“ und die Abgründe hinter den Fassaden des Pop• „Die Wütenden – Les Misérables“ oder: Žižek im Banlieue. Symptome bekämpfen Symptome, doch wo liegen die Ursachen der Gewalt?• Habitus und Eiskunstlauf: Tonya Harding und Kendrick Lamar erzählen von der Umöglichkeit die eigene Klasse zu verlassen• Haltung in postmodernen Zeiten: „Silence“ und Scorseses Katholizismus• Last Exit Revolution: »Catching Fire« von […]

Britney Spears, Harmony Korines „Spring Breakers“ und die Abgründe hinter den Fassaden des Pop

Uncategorized

Wir sehen James Franco vor einer untergehenden Sonne am Klavier sitzen. Er hat Grillz auf den Zähnen und trägt Dreadlocks, er ist Gangster. Sein amerikanischer Traum lebt nicht von mehr, als auf irgendeine Weise an viel Geld zu kommen. Um ihn herum tänzeln drei halbnackte, maskierte Teenager, die Pumpguns in ihren Händen schwingend wie billige Wodkaflaschen. Wir sehen eben dieses Szenario im Schnitt mit einer Montage voller Exzess, voller Überfälle und auch voller Melancholie. Es […]

Haltung in postmodernen Zeiten: „Silence“ und Scorseses Katholizismus

Uncategorized

Wir streichen den Kitsch. Wir streichen die Romantik. Wir streichen eine künstliche Dramatik. Wir streichen all die dahinwabernde Filmmusik, die uns anleitet, in dem was wir fühlen sollen. Wir streichen die artifiziellen One-Takes und das zeitgenössische Kunst-sein-wollen und nicht Kunst-sein gleich mit. Wir bekommen Silence. Einen großen Film, der an der 3-Stundenmarke kratzt und thematisch doch auf Wesentliches reduziert daherkommt. Zweifelsfrei sehen wir eines der großen Werke dieser Dekade. Zunächst bestätigt Silence das, was längst […]